betrachtung


schön dass du rein
schaust für einen wimpern
schlag augenblick mal
was guckst du so
unsichtbar hinter der
linse hervor du kannst
dich doch blindlings sehen 
lassen oder traust du
deinen augen nicht ich
nehm dich unter die lupe
mit meiner rosa brille du
bist sehenswert da bin ich
ganz zuversichtlich



sr




schlafes bruder



unterschlupf gefunden haben
in einem naheliegenden gedanken  
ganz leise vom himmel reden und
wie er uns bettet in seine erde



sr


die ich bin


mit der brothand
schreiben ein kreuz
machen aus wein damit
deinen namen tragen
unter den menschen
außen auf der haut



sr

verkehr


sich gedanken machen sich
auf den weg machen sich
ein bild machen sich
etwas zu eigen machen sich
nicht davon machen sich
aufmachen sich

mach doch

(sie macht sich)



sr




in anlehnung



bei der sonne herrscht
aufbruchstimmung an-
scheinend stellt sie sich
selbst in den schatten

sie hätte lichtes
zu sagen



sr

ernte


schwer von frucht
wälzt sich der herbst
im gemachten bett

langsam löscht er das licht 
unter den tisch
fällt schon die nacht



sr

zu neuen ufern



aus allen wolken
fällt die wahrheit
du hast glück
wenn sie dich
trifft mensch
und bricht
den stein



sr

essbar


die hat sich 
etwas auf den kopf
gesetzt wer kann
liest die heilige 
schrift und versteht
ein wort davon



sr

mundschenk


wenn du dran bist
sammle die tropfen 
überlaufe dich
wenn du dran bist
du sollst nicht
zögern heißt
das gebot wenn
du dran bist



sr

oase


ich trinke dich
mit meinen händen
 durstige finger
fassen das glas
voll weichen wassers
auf unser wohl
nie wird es leer



sr

inzwischen


ich weiß nichts
als das: ein kleines
zeichen hineinzudrängen
in den geregelten
ablauf nur
das weiß
ich



sr